Nicht nur die augenfälligen Kulturgüter in Rottweil standen im Mittelpunkt des Kulturspazierganges, zu dem Forum für Rottweil (FFR) am Donnerstag geladen hatte. Vielmehr führte Stadträtin Heide Friederichs die rund 20 Interessierten nur zu einzelnen Punkten der an Kulturgütern so reichen Innenstadt, um die Spannweite des Kulturbegriffes auszuloten. Etwa als es um die geplante Umgestaltung der Hauptkreuzung und damit des Lebensraumes für die Bürger ging. Sie machte aber auch die Verzahnung von Kultur, Politik und Wirtschaft deutlich und schlug erneut ideelle Pflöcke für einen von FFR gewünschten Kulturpfad ein.
Friederichs blickte dabei nochmals zurück auf die Heimattage, bei denen sie mit dem Deißlinger Künstler Reinhard Sigle rote Kulturpfeile gesetzt hatte: einen etwa auch bei der Lorenzkapelle, bei dem der Rundgang am Donnerstag in einer musikalischen Lesung mit Monika Nagel-Weitz (Querflöte) und Sebastian Schuler (Gitarre) endete. Hier stünde weniger der Erhalt der Lorenzkapelle in Frage, eher gehe es darum, die Museen im allgemeinen ins Gedächtnis zu rufen und verbesserte Öffnungszeiten zu fordern.
Nicht zuletzt machte sie bei dem Rundgang aber auch klar, wie sehr im Gemeinderat um manche Entscheidung gerungen werde, wenn es um den Erhalt von Kulturgütern, um den Erhalt der historischen Stadtqualität gehe. Deutlich wurde dies bei der von Hubert Nowack ausführlich erläuterten Begehung des Kapuziners, ein Baudenkmal, dessen Erhalt nach wie vor nicht unumstritten ist. Ebenso wie bei der heiß diskutierten Bebauung der oberen Hochturmgasse. Friederichs scheute nicht davor zurück, eigene Versäumnisse bei der Erteilung der Baugenehmigung für das Haus einzugestehen, forderte aber auch demokratisches Verhalten von jenen, die sich vehement gegen das Bauvorhaben gestellt hatten.
Durchaus auch selbstkritisch sah FFR-Stadträtin Heide Friederichs die Entscheidung des Gemeinderates zur Bebbauung der Hochturmgasse. Das wurde beim Kulturspaziergang von FFR deutlich.
Kulturgut oder nicht? Dass diese Frage immer wieder strittig ist, wurde bei der Begehung des Kapuziners deutlich. Hubert Nowack erläuterte vor rund 20 Interessierten des FFR-Kulturspaziergangs den Baufortschritt und erklärte einzelne technische Schritte.