Schon bei der Besichtigung des Neukircher Gewebegebietes Eferen im vergangenen Herbst standen die Mitglieder von Forum für Rottweil (FFR) und zwanzig aufgebrachte Neukircher im strömenden Regen. Am vergangenen Donnerstag fiel der geplante Rundgang dann buchstäblich ins Wasser. Die Pfarrkirche bot Schutz vor dem Gewitter. Die FFR-Kandidaten für den Gemeinderat hatten also viel Zeit, die Kirche und Tobias Kammerers Glasfenster zu würdigen. Ortsvorsteher Walter Keller referierte über die Geschichte von Kirche und Ortschaft.
Wie langsam so manche Mühlen mahlen, erfuhren die FFR-Kandidaten anschließend im Rathaus. Seit 1995 wird, laut Keller, um den direkten Anschluss des Gewerbegebietes Eferen an die Bundesstraße gerungen. Noch im OB-Wahlkampf schien die Lösung greifbar: eine Rechtsabbiegespur auf der B 27 aus Richtung Rottweil. Doch die dafür notwendige Aufwertung der Anschlussverbindung als Kreisstraße, sei bisher beim Landkreis noch nicht einmal beantragt worden, wurde beklagt. Eine entsprechende Zusage fällt anscheinend der OB-Abwahl zum Opfer, so scheint es den Neukirchern. „Man lässt uns immer wieder im Regen stehen“, resümiert Keller. „Da muss eben ein politischer ‚Schirm’ her!“ bemerkte Max Burger trocken und verwies auf die Absicht des FFR mehr Sitze im Gemeinderat zu erwerben – auch für die Ortschaft Neukirch.
Zwar steht die vorgesehene Untertunnelung der B27 im Bundesverkehrswegeplan und das stimmt in Neukirch zuversichtlich. Doch niemand mag im Ort noch so recht dran glauben, dass Neukirch bald nicht mehr von einem stark befahrenen Verkehrsweg durchschnitten und statt dessen von Lärm und Abgasen befreit wird.